Nach OGH Urteil: Mödling verstärkt Kontrolle seiner Bäume

Ein wachsames Auge auf die Bäume in der Stadt Mödling haben Stadtgärtner Norbert Rauch, Bgm. LAbg. Hans Stefan Hintner, Str. Dr. Leopold Lindebner & Team © Mödling Online
Die Stadtgemeinde Mödling wird den Zustand ihrer Stadtbäume künftig engmaschiger kontrollieren.
Auslöser für die neuen Richtlinien ist ein tragischer Unfall in St. Pölten – bei dem eine Frau während des Sturmes “Emma” im Jahre 2008 durch einen ungestürzten Baum erschlagen wurde.
Der Oberste Gerichtshof (OGH) nahm in seinem letztinstanzlichen Urteil die Stadt St. Pölten in die Pflicht. Die Stadtverwaltung sei ihren Aufsichtspflichten nicht in vollem Umfang nachgekommen. Der OGH stellt die Stadtbäume verwaltungstechnisch Bauwerken gleich – der Besitzer muss jetzt beweisen, dass er alle Vorkehrungen getroffen hat um eine mögliche Gefährdung zu vermeiden. Dazu zählt die Führung eines sogenannten Baumkatasters und der vorausschauenden Erfassung und Behebung von Sicherheitsmängeln (Kronenlichtungen, Totholzentfernung, Stabilisierung etc).
Für Stadtgärtner Norbert Rauch und seine Helfer wird sich dennoch nicht allzuviel ändern. Da Stadtbäume durch zahlreiche Umweltbelastungen wie Hitze, Abgase oder Streusalz besonderem Stress ausgesetzt sind, müssen in Mödling ohnehin jährlich 70 bis 100 Bäume ersetzt werden. Auch den Baumkatastaster gibt es bereits seit 2003 – derzeit werden die Daten ins Geographische Informationssystem (GIS) übernommen. Bereits jetzt wurden alle Bäume einmal jährlich auf Sicht kontrolliert. Von allen 5644 Bäumen im Stadtbereich sind aber nur 85 alt bzw weisen eine schlechte Prognose auf. Diese “gefährdeten” Bäume werden ab sofort alle 6 Monate begutachtet.
Den besten Baumschutz erzielt man ohnehin bereits im Vorfeld und zwar durch eine “standortangepasste Auswahl der Baumart und eine möglichst optimale Gestaltung des Wurzelbereiches” wie Stadtrat Dr. Leopold Lindebner ausführte.
Dr. Christian Waltner
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